Heldin des Quartals: Claudia Menzel

Anthroposophische Medizin für möglichst viele Menschen

„Anthroposophische Medizin sollte für alle Menschen zugänglich sein – nicht nur für einen kleinen Kreis von gebildeten Personen aus dem Waldorfumfeld.“ Dieser Gedanke begleitet Claudia Menzel seit ihrem gesamten Berufsleben. Als Internistin führte sie viele Jahre ihre eigene Hausarztpraxis und setzte sich mit großem Engagement dafür ein, eine ganzheitliche Medizin in den Alltag der Menschen zu bringen.

Mit SEKEM kam sie bereits in den 1980er Jahren in Berührung. Über Elfriede und Dr. Hans Werner lernte sie das Projekt kennen, später begegnete sie Dr. Ibrahim Abouleish bei einer Hospitation in der Klinik Öschelbronn, einem anthroposophischen Krankenhaus.  Die Vision von SEKEM, insbesondere die Verbindung von Medizin, Bildung und sozialer Entwicklung beeindruckten sie nachhaltig.

Anfang der 1990er Jahre gab es sogar sehr konkrete Überlegungen, sich direkt vor Ort einzubringen. Claudia Menzel plante 1991 einen Arbeitsbesuch in Ägypten, um den Aufbau des Medical Centers auf der SEKEM-Farm kennenzulernen und zu unterstützen. Doch der geplante Flug wurde aufgrund des Golfkriegs gestrichen. Hinzu kam, dass in SEKEM damals eine Ärztin oder ein Arzt gesucht wurden, die/der langfristig vor Ort leben und arbeiten wollte. Für einige Zeit nach Ägypten zu gehen, konnte sie sich durchaus vorstellen. Ihren Lebensmittelpunkt und ihr ärztliches Wirkungsfeld sah sie jedoch in Deutschland. So blieb es bei einem freundschaftlichen Kontakt, der über die Jahre nie abriss.

Intensiver wurde die Verbindung Anfang der 2000er Jahre. Dabei spielte auch ihr Mann Peter Menzel eine wichtige Rolle. Als Anwalt für Wirtschaftsrecht beriet er SEKEM in zahlreichen Fragen und unterstützte die Organisation über viele Jahre hinweg. Gemeinsam reisten Claudia und Peter Menzel mehrfach nach Ägypten, besuchten SEKEM und pflegten zugleich ihre Freundschaften in Kairo.

Besonders berührt hat Claudia Menzel in den vergangenen beiden Jahren das Projekt „RAHMA – Frauengesundheit“. Die Initiative bringt medizinische Versorgung und Gesundheitsbildung zu Frauen in ländlichen Regionen Ägyptens und ermöglicht damit genau das, was ihr stets ein Herzensanliegen war: anthroposophische Medizin für Menschen zugänglich zu machen, die sonst kaum Zugang dazu hätten. Und durch die medizinische Versorgung den Frauen die Chance bieten, ihre Potenziale voll entfalten zu können.

Anlässlich ihres 70. Geburtstags entschied sie sich daher, auf Geschenke zu verzichten und stattdessen Spenden für das Rahma-Projekt zu sammeln. Im Sommer 2026 reiste sie gemeinsam mit ihrem Mann nach SEKEM, um die Spende persönlich zu übergeben. Während ihres Aufenthalts konnte sie die engagierten Organisatorinnen kennenlernen und erleben, wie die Gesundheitsarbeit vor Ort das Leben vieler Frauen bereichert.

Ein besonderer Moment erwartete sie zum Abschluss ihres Besuchs: Die Mitarbeiterinnen des Projekts bedankten sich mit dem arabischen Geburtstagslied „Kull Sanna ya Gamila“ und machten damit ihre Wertschätzung für Claudias Unterstützung auf sehr persönliche Weise hörbar.

Für Claudia Menzel schließt sich damit ein Kreis: Aus einer Begegnung mit der SEKEM-Idee vor mehr als vierzig Jahren ist eine lebendige Verbundenheit entstanden. Eine Verbundenheit, die zeigt, dass Unterstützung viele Formen haben kann – als Ärztin, als Freundin, als Spenderin und als Mensch, der die Vision einer menschenwürdigen Gesundheitsversorgung mitträgt.

Sie wollen auch die Gesundheit von Frauen in Ägypten unterstützen?

Hier erfahren Sie mehr >