Bildungsnotstand in Ägypten
In Ägypten gibt es eine Schulpflicht. Doch das öffentliche Bildungssystem ist mit den über 22 Millionen Kindern und Jugendlichen maßlos überfordert. Es herrscht ein echter Bildungsnotstand. So fehlt es an Gebäuden und ausgebildeten Lehrkräften. In den Ballungsräumen teilen sich über 80 Kinder ein Klassenzimmer und es wird in Schichten unterrichtet. Im ländlichen Raum ist der Weg zur Schule oft zu weit. Hier werden die Kinder entweder zuhause oder gar nicht unterrichtet.
Der Notstand zeigt sich auch in der Analphabetenrate in Ägypten. An manchen Grundschulen können 80 Prozent der Kinder in der 6. Klasse weder schreiben noch lesen. Auch bei den weiterführenden Schulen gibt es viele Jugendliche mit fundamentalen Lese- und Schreibschwächen. Wer einen guten Schulabschluss erreichen möchte, muss sich teure Nachhilfestunden nehmen oder eine Privatschule besuchen. Doch das können sich nur die wenigsten leisten.
Gemeinsam bringen wir Bildung in die Wüste
Weit weg von den großen Städten entsteht momentan in der westlichen Wüste Ägyptens neues Leben. Neben der Urbarmachung von Wüstenboden soll auch den Kindern und Jugendlichen der Region geholfen werden.
Was vor vier Jahren mit nur sechs Kindern in einem provisorischen Raum begann, hat sich zu einem besonderen Bildungsort entwickelt: Heute lernen 94 Schülerinnen und Schüler in sieben Klassen in nachhaltigen Schulräumen mitten in der Wüste von Wahat.
Hier erleben Kinder erstmals einen Unterricht, der sie ernst nimmt, ihre Talente fördert und Raum für Kreativität lässt. Sie malen, musizieren und lernen, selbstständig zu denken. Diese ganzheitliche Bildung stärkt nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch Verantwortung für die Gemeinschaft und ein nachhaltiges Bewusstsein – eine Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und eine bessere Zukunft.
Tolle Entwicklung seit 2021
Seit 2021 hat sich die Schule in der Wüste beeindruckend entwickelt. Dank zahlreicher Spenden konnten mehrere Klassenzimmer, ein Haupgebäude sowie ein Kindergarten entstehen. Errichtet wurden alle Gebäude von Mitarbeitenden und Auszubildenden der SEKEM-Berufsschule.
Gebaut wird konsequent nachhaltig – mit natürlichen Materialien wie Lehm, Holz und Stein sowie Strom aus Sonnenenergie. Und die Entwicklung geht weiter: Drei weitere Klassenzimmer sind bereits in Planung.
Eine große Herausforderung bleibt die Gewinnung von Lehrkräften, die bereit sind, in einer ländlichen Umgebung zu arbeiten und sich auf ein alternatives Schulsystem einzulassen, das die individuelle Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt stellt. Die Ausbildung neuer Lehrkräfte wird mit großer Begeisterung von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen der SEKEM-Schule übernommen – doch auch dieser wichtige Schritt erfordert Zeit, Engagement und finanzielle Unterstützung.












So unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Kinder in der Wüste
15€
Mittagessen von drei Kindern für einen Monat
45€
Monatliche Schulkosten für ein Kind
165€
5 Tische und 10 Stühle für ein Klassenzimmer
Die SEKEM-Schule als Vorbild
Die SEKEM Initiative zur Förderung von nachhaltiger Entwicklung in Ägypten, hat bereits vor über 40 Jahren ein ganzheitliches Schulmodell gegründet und seither erprobt. Angelehnt an die Waldorfpädagogik werden in der SEKEM-Schule neben dem ägyptischen Curriculum auch weitere Fächer unterrichtet, die etwa Kreativität und handwerkliches Geschick fördern sollen. Vor allem aber steht das Anliegen, die individuellen Potentiale der Kinder zu fördern im Vordergrund.
“Bildung ist der Zugang zu Freiheit, Demokratie und Entwicklung.”
Nelson Mandela
