Andenken an Dieter Marienfeld

Dieter Marienfeld, langjähriger Mitarbeiter in SEKEM und Träger des SEKEM-Impulses, ist am 1. Januar 2026 im Alter von 89 Jahren in Stuttgart verstorben. Er war zusammen mit seiner Frau Inge einer der ersten Mitarbeiter aus Deutschland, die sich 1987 entschieden, langfristig die Entwicklung von SEKEM zu unterstützen und ihr Leben in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen.

Ausgebildet als Fernmeldetechniker bei der Deutschen Post brachte Dieter Marienfeld langjährige Erfahrung und ein großes Können als Handwerker mit. Er installierte das erste Telefonnetz auf der SEKEM Farm und arbeitete lange in der Schreinerei. Auf vielen Baustellen von Fabrikgebäuden und Wohnhäusern beaufsichtigte er die Arbeiten, egal ob Elektrik, Schreinerei, Metall- oder Installateuersarbeiten, und er lehrte durch seinen Blick für Qualität und Ordnung die ägyptischen Kollegen eine ganz neue Herangehensweise: nicht nur funktionell sollten die Werkstücke sein, sondern schön und mit Sorgfalt und Respekt vor dem Material gearbeitet. Naheliegend, dass er ein gefragter Ausbilder im Vocational Trainingscenter war, wo er mit viel Herzblut und dem ihm eigenen Humor die Auszubildenden und oft genug auch deren Lehrer anleitete. Er war auch ein wichtiger Ansprechpartner, Übersetzer und Freund für SEKEM-Freunde aus Deutschland, die das Ausbildungszentrum immer wieder unterstützten: Wilfried Ulrich, Claus Charisius und Eberhard Kläger bildeten mit Dieter Marienfeld ein Quartett, das insbesondere bei den Handwerkern in SEKEM in lebhafter Erinnerung bleiben wird.

Dieter Marienfeld liebte Land und Leute in Ägypten. Besonders auf seinen Einkaufstouren konnte man beobachten, wie er für jede Schraube und jedes Werkzeug den besten Anbieter kannte, mit Empathie „seine“ Händler begrüßte und mit großem Spaß verhandelte so lange, bis alle zufrieden waren.

Wenn man an Dieter erinnert, muss seine Großzügigkeit und seine große Hilfsbereitschaft genannt sein: für jedes technische Problem konnte man sich an ihn wenden und er tüftelte so lange, bis er eine Lösung gefunden hatte. Das konnten so unterschiedliche Dinge sein wie die Reparatur von einem kaputten Toaster oder von Schulterstützen für die Geigenschüler. Außerdem liebte er die Natur und ganz besonders die Tiere und pflegte lange Jahre Jasmina, seine weiße Stute.

Im Herbst 2023 begleitete Dieter seine Frau Inge zu einer Behandlung nach Deutschland. Weil sie sich aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr rasch erholte, blieb er an ihrer Seite und kehrte nicht nach SEKEM zurück.  Die SEKEM Gemeinschaft erinnert sich an ihn als treuen Freund, der sich bescheiden in den Dienst an einer großen Idee stellte.