Im zweiten Halbjahr 2025 wurden in SEKEM viele Projekte bearbeitet, die sich dem Thema Vielfalt und Chancengleichheit in der Gesellschaft widmen. Dies geschah im Einklang mit dem SEKEM Visionsziel Nr. 15, das der sozialen Sphäre zugeordnet ist:
Im Jahr 2057 wird ganz Ägypten Vielfalt in der Gesellschaft zelebrieren und Chancengleichheit für alle gewährleiten unabhängig von Alter, Nationalität, Religion und Geschlecht.
Wie schon berichtet, setzt SEKEM darauf, die Vision für Ägypten zunächst in der eigenen Gemeinschaft zu entwickeln, um so als Beispiel wirken zu können.
Im Sommer 2025 wurden deshalb zunächst das Visionsziel ins Bewusstsein der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, der Schüler und Schülerinnen und der Studierenden gebracht. Jeder war aufgerufen, sich mit der Bedeutung von Vielfalt und Chancengleichzeit zu beschäftigen: zu prüfen, wo noch Potenzial zur Verbesserung besteht, und Wege und Projekte zu entwickeln, wie diese Ziele noch besser verwirklicht werden können. So vielfältig wie die Menschen, die SEKEM ausmachen, waren auch die Herangehensweisen und Projekte, die dadurch entstanden.
Das Integrative Gesundheitscentrum (Integrative Health Centre IHC) ist bereits in seiner Ausrichtung darauf angelegt, die Vielfalt der Gesellschaft zu integrieren und die Chancengleichheit zu fördern.
Dr. Gehan Balata und ihr Team von Sozialarbeitern, Physiotherapeuten und Medizinern hat zum Einen das Projekt „Farmers Health Screening“ weiterentwickelt. Hier handelt es sich um ein wissenschaftliches Gesundheits-Screening (mit unterstützendem Rat vom interprofessionellen Grauiertenkolleg fü integrative Meditin er Universität Witten / Herdecke) mit 270 Bauern aus zwei großen Anbaugegenden. Ziel er Untersuchungen ist es, den Gesundheitszustand festzustellen und Einflüsse der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise mit der von konventioneller Landwirtschaft zu vergleichen. Hier wird durch die Ausrichtung auf die oft übersehene Gruppe der Landwirte die Vielfalt der Gesellschaft in einer wissenschaftlichen Studie berücksichtigt und gewürdigt.
Dr. Gehans Ziel ist es, auf der Grundlage der wissenschaftlich erhobenen Daten Gesundheitsempfehlungen für die Bauern zu erarbeiten, und zwar mit minimalem pharmazeutischem Einsatz sondern vielmehr mit Änderungen von Ernährung und Gewohnheiten nach dem ganzheitlichen Konzept „Whole Person / One Health“ (etwa: eine Gesundheit für den ganzen Menschen).
Außerdem wurde das Projekt „Rahma Womens Health“ (Rahma Frauengesundheit) intensiviert, von dem wir Ihnen in unserem letzten Rundbrief berichtet hatten. Im Rahmen des Projektes werden Frauen ermächtigt, für ihre eigene Gesundheit Verantwortung übernehmen zu können. Außerdem wird die Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung durch das Angebot verringert, die besonders im ländlichen Ägypten noch immens ist.
Auf ganze andere Art beschäftigte sich die SEKEM-Schule mit dem Thema Vielfalt, wie aus dem Bericht von Johanna Heck, Praktikantin in SEKEM, hervorgeht:
Sommerschule an der SEKEM Schule
Im Rahmen meines Praktikums bei SEKEM durfte ich in diesem Sommer vielfältige Erfahrungen sammeln, von denen die intensivste die Mitarbeit bei der dreiwöchigen Sommerschool war. Dieses Bildungs- und Betreuungsangebot während der ägyptischen Sommerferien richtet sich an Schüler:innen der SEKEM-Schule sowie an Kinder aus umliegenden Dörfern, darunter auch aus der Sekem-Schule in Wahat. Die Summerschool steht jedes Jahr unter einem übergeordneten Thema – in diesem Jahr war es „Diversity – Vielfalt“. Dieses Thema wurde über drei Wochen hinweg aus verschiedenen Perspektiven erfahrbar gemacht, wobei die Kinder in Kleingruppen von etwa 15 bis 20 Personen wöchentlich rotierten, um verschiedene Schwerpunkte kennenzulernen. Ich war dem Bereich der Unterstufe zugeteilt, in dem wir uns mit den Lebensformen in verschiedenen geografischen Regionen auseinandersetzten: in der Wüste, an der Küste und in der Landwirtschaft. Mein Team widmete sich dem Leben in der Wüste, insbesondere dem der Beduinen. In der Vorbereitung haben wir als Team gemeinsam überlegt, welche Inhalte aus den Bereichen Kunst, Geschichte, Sprache, Musik und Bewegung kindgerecht aufbereitet werden können. Dabei war uns wichtig, sowohl theoretisches Wissen zu vermitteln als auch praktische, sinnliche Zugänge zu ermöglichen.
Mit dem SEKEM Visionsziel (SVZ) Vielfalt und Chancengleichheit wurde das letzte der 16 Ziele über ein halbes Jahr lang in den Fokus gerückt und von den Menschen in SEKEM intensiv bearbeitet.
Im Jahr 2026 geht damit ein erster Zyklus zu Ende und eine Bewertung steht an: was wurde bisher erreicht? Was wurde auf dem Weg gelernt? Was kann in der weiteren Arbeit übernommen und ausgebaut werden, was benötigt eine andere Herangehensweise?
Wer mehr zu SEKEMs Arbeit an den Visionszielen erfahren möchte, dem sei das Buch:
SEKEM Inspirationen – Impulse für einen zukunftsfähigen Wandel von Helmy Abouleish mit Christine Arlt wärmstens empfohlen. Es ist im info3 Verlag erschienen und kann im Buchhandel aber auch über unseren Webshop erworben werden.
